09471 318 9061

24/7 Support

0% UmSt. bei Photovoltaikanlagen & Einkommenssteuerbefreiung

share

Steuerbefreiung f├╝r Photovoltaikanlagen bis und ├╝ber 30kWp

Steuerbefreiung f├╝r Photovoltaikanlagen

f├╝r welche Steuern gilt die Steuerbefreiung bei Photovoltaik

Einkommenssteuer

Die Einkommenssteuer sind die Einnahmen einer Person die am Ende des Jahres mit dem privaten Einkommenssteuersatz zu versteuern sind. Dies erfolgt ├╝ber die Einkommenssteuererkl├Ąrung. Viele lassen das ├╝ber die Lohnsteuerhilfe erledigen. Mit einer Photovoltaikanlagen haben die Lohnsteuerhilfe-Vereine die Kunden abgelehnt. Das ├Ąndert sich jetzt. Photovoltaikanlagen sind seit 01.01.2023 von der Einkommenssteuer befreit. Das heist die Einnahmen aus der Photovoltaikanlage sind komplett steuerfrei und somit ist die Mitgliedschaft in Lohnsteuervereinen sogar wieder m├Âglich. Die Einkommensteuerbefreiung gilt f├╝r Anlagen die ab dem 01.01.2023 in Betrieb gegangen sind.┬á

Umsatzsteuer (UmSt.)

Die Umsatzsteuer sind die 19% die auf Waren und Dienstleistungen f├╝r Verbraucher oben drauf kommen und Verbraucher zu zahlen haben. Es war bisher schon m├Âglich bei Photovoltaikanlagen ├╝ber einen aufwendigen b├╝rokratischen Aufwand oder hohe Steuerberaterkosten sich die UmSt vom Finanzamt erstatten zu lassen. Seit 01.01.2023 sind K├Ąufer einer Anlage von der Umsatzsteuer befreit. Der Solaranlagenbauer kann auf seiner Rechnung die UmSt. direkt weglassen. Er muss daf├╝r nur den Hinweis zum entsprechenden ┬ž verwenden und kann die Rechnung mit 0% UmSt an den Verbraucher (Kunden) ausstellen.┬á

Anlagen ├╝ber 30kWp

Im Umsatzsteuergesetz (UStG) ┬ž 12 Steuers├Ątze steht unter Absatz (3) dass Photovoltaikanlagen von der UmSt befreit sind, wenn diese Photovoltaikanlage laut Marktstammdatenregister nicht mehr als 30 Kilowatt (peak) betr├Ągt oder betragen wird. Jedoch ist im Steuerleitfaden des Bundesfinanzministerium klar erl├Ąutert, dass auch Photovoltaikanlagen ├╝ber 30kWp von der UmSt. Befreiung profitieren k├Ânnen. Im Detail steht dort:┬á

“Ja. Photovoltaikanlagen auf oder in der N├Ąhe von Wohngeb├Ąuden sind stets beg├╝nstigt. Beg├╝nstigt sind daher auch Photovoltaikanlagen mit einer Leistung ├╝ber 30 kW (peak), z. B. auf gr├Â├čeren Mietsh├Ąusern.”

Mehr dazu hier. 

Was rechtlich zu beachten ist

Was ist von der Steuer befreit und was nicht?

rechtliches zur Umsatzsteuer

Durch das Jahressteuergesetz 2022 (BStBl. I 2023 S. 7) hat der Gesetzgeber einen neuen Absatz 3 in ┬ž 12 Umsatzsteuergesetz (UStG) angef├╝gt. Nach ┬ž 12 Absatz 3 Nummer 1 Satz 1 UStG erm├Ą├čigt sich die Steuer auf 0 Prozent f├╝r die Lieferungen von Solarmodulen an den Betreiber einer Photovoltaikanlage. Eingeschlossen sind dabei die f├╝r den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und die Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern. Dies gilt, sofern die Photovoltaikanlage auf oder in der N├Ąhe von Privatwohnungen, Wohnungen sowie ├Âffentlichen und anderen Geb├Ąuden, die f├╝r dem Gemeinwohl dienende T├Ątigkeiten genutzt werden, installiert wird.

Mit dem beschlossenen Ma├čnahmenb├╝ndel werden steuerliche b├╝rokratische H├╝rden bei der Installation und dem Betrieb von Photovoltaikanlagen auf Geb├Ąuden abgebaut. ┬ž 12 Absatz 3 UStG ist am 1. Januar 2023 in Kraft getreten.https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html

(3) Die Steuer erm├Ą├čigt sich auf 0┬áProzent f├╝r die folgenden Ums├Ątze:

1. die Lieferungen von Solarmodulen an den Betreiber einer Photovoltaikanlage, einschlie├člich der f├╝r den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern, wenn die Photovoltaikanlage auf oder in der N├Ąhe von Privatwohnungen, Wohnungen sowie ├Âffentlichen und anderen Geb├Ąuden, die f├╝r dem Gemeinwohl dienende T├Ątigkeiten genutzt werden, installiert wird. Die Voraussetzungen des Satzes 1 gelten als erf├╝llt, wenn die installierte Bruttoleistung der Photovoltaikanlage laut Marktstammdatenregister nicht mehr als 30 Kilowatt (peak) betr├Ągt oder betragen wird;
2. den innergemeinschaftlichen Erwerb der in Nummer 1 bezeichneten Gegenst├Ąnde, die die Voraussetzungen der Nummer 1 erf├╝llen;
3. die Einfuhr der in Nummer 1 bezeichneten Gegenst├Ąnde, die die Voraussetzungen der Nummer 1 erf├╝llen;
4. die Installation von Photovoltaikanlagen sowie der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern, wenn die Lieferung der installierten Komponenten die Voraussetzungen der Nummer 1 erf├╝llt.

rechtliches zur Einkommenssteuer

Die Einkommenssteuerbefreiung f├╝r Photovoltaikanlagen in Deutschland ist unter anderem im Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Sie finden diese Regelung in ┬ž 3 Absatz 72 EStG. Demnach sind Einnahmen aus der Einspeisung von Strom aus einer Photovoltaikanlage in das ├Âffentliche Netz f├╝r den Zeitraum von 20 Jahren nach Inbetriebnahme der Anlage von der Einkommensteuer befreit. Bitte beachten Sie, dass die genauen Bestimmungen und Voraussetzungen gegebenenfalls von weiteren Gesetzen und Verordnungen abh├Ąngig sind und es sinnvoll ist, einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin zu konsultieren, um individuelle Fragen zu kl├Ąren und auf dem aktuellen Stand der gesetzlichen Regelungen zu sein.

Im Einkommensteuergesetz ┬ž3 Abs.┬á 72. steht zur Photovoltaikanlagen folgendes:
die Einnahmen und Entnahmen im Zusammenhang mit dem Betrieb
a) von auf, an oder in Einfamilienh├Ąusern (einschlie├člich Nebengeb├Ąuden) oder nicht Wohnzwecken dienenden Geb├Ąuden vorhandenen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister von bis zu 30 kW (peak) und
b) von auf, an oder in sonstigen Geb├Ąuden vorhandenen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister von bis zu 15 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt h├Âchstens 100 kW (peak) pro Steuerpflichtigen oder Mitunternehmerschaft. Werden Eink├╝nfte nach ┬ž 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 erzielt und sind die aus dieser T├Ątigkeit erzielten Einnahmen insgesamt steuerfrei nach Satz 1, ist kein Gewinn zu ermitteln. In den F├Ąllen des Satzes 2 ist ┬ž 15 Absatz 3 Nummer 1 nicht anzuwenden.

Was ist mit bestehenden alt-Anlagen?

- Einkommenssteuer -

bestehende Anlagen, die vor dem 01.01.2023 in Betrieb gegangen sind, sind ebenfalls von der Einkommenssteuer befreit, soweit Sie die Kriterien erfüllen. 

- Umsatzsteuer -

Von der Umsatzsteuer befreit sind Anlagen bei denen die Inbetriebnahme nach dem 01.01.23 stattfand. Ebenso k├Ânnen Altanlagen sich nach 5 Jahren Umsatzsteuermeldung von der Umsatzsteuer befreien lassen. Sind aber in diesem Zug auch nicht mehr Vorsteuerabzugsberechtigt

Fazit - Was haben Handwerker und Verbraucher zu beachten?

Beim Kauf einer Anlage ist zu beachten, dass auf der Rechnung keine UmSt ausgewiesen ist und auf den ┬ž12 Abs. 3 UmSt.-Gesetz hingewiesen wird. Die Einkommenssteuer Befreiung gilt bei Eigenheimen bis 30kWp und max pro Wohneinheit bis 100kWp, wobei jede Wohneinheit mit max 15kWp einkommenssteuerbefreit ist.┬á

In der Regel müssen keine Meldungen mehr beim Finanzamt für die Photovoltaikanlage abgegeben werden. Auch nicht bei der Einkommenssteuer. 

 

FAQ - Bundesfinanzministerium

FAQ ÔÇ×Umsatzsteuerliche Ma├čnahmen zur F├Ârderung des Ausbaus von PhotovoltaikanlagenÔÇť

Bayerisches Landesamt f├╝r Steuern

Leitfaden als PDF als Hilfe zu steuerlichen Fragen bei Photovoltaikanlagen

Praxisbeispiel 1

Kunde kauft eine 9,84kWp Photovoltaikanlage mit Stromspeicher und Wallbox. 

Der Solarteur (Anlagenbauer) denkt daran und weist das Angebot ohne UmSt aus und auch die Rechnung erstellt er ohne UmSt. aus. 

Für die Photovoltaikanlage und auch für den Stromspeicher ist das richtig. Jedoch nicht für die Wallbox. 

Richtig w├Ąre:┬á Rechnung 1: Photovoltaik & Stromspeicher ohne UmSt. und Rechnung 2: Wallbox mit UmSt.┬á

Praxisbeispiel 2

Kunde kauft eine 9,84kWp Photovoltaikanlage mit Stromspeicher und Wallbox. 

Der Solarteur (Anlagenbauer) stellt zwei Rechnungen aus. Wie im Beispiel 1. 

Der Anlageneigent├╝mer ist selbstst├Ąndig und m├Âchte die Rechnung auf die Firma ausgestellt haben, damit er den Strom in seinem Firmengeb├Ąude nutzen kann und die Photovoltaikanschaffung in der Firma Abschreiben zu k├Ânnen.┬á

In diesem Fall entf├Ąllt die Steuerbefreiung in Bezug auf die Einkommenssteuerbefreiung. Die UmSt. k├Ânnte, soweit der Anlageneigent├╝mer mit seiner Firma Bauleistung ausf├╝hrt, weiterhin 0% betragen.┬á

Praxisbeispiel 3

Kunde kauft eine 9,84kWp Photovoltaikanlage mit Stromspeicher. 

Bei der Rechnungsstellung ist alles sauber abgeloffen und Kunde hatte den 0% Umst Vorteil. Ein Jahr sp├Ąter tritt ein Schaden an der Anlage auf. Die Reparaturarbeiten kosten 1000ÔéČ ohne Ersatzteile. 

F├╝r die Reparaturarbeiten (ohne Ersatzteillieferungen) sind weiterhin 19% UmSt zu verrechnen. W├╝rde der Installateur bei der Reparatur auch Bauteile f├╝r die Reparatur ben├Âtigen und liefern, w├Ąre der Serviceeinsatz von der Umsatzsteuerbefreiung beg├╝nstigt. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu folgendes: 

Beg├╝nstigt ist auch der Austausch und die Installation defekter Komponenten einer Photovoltaikanlage. Reine Reparaturarbeiten ohne die gleichzeitige Lieferung von Ersatzteilen sind hingegen nicht beg├╝nstigt. F├╝r Garantie- und Wartungsvertr├Ąge gelten weiterhin 19 Prozent Umsatzsteuer.


Praxisbeispiel 4

Kunde kauft eine 99kWp Photovoltaikanlagen und zentrales Batteriesystem für 4 Mietobjekte. Der Strom wird an alle vier Mieter verkauft. Die Rechnungserstellung erfolgt ohne UmSt und direkt an den Anlageneigentümer als Privatperson (keine Firma). 

Der Anlageneigentümer ist sich unsicher bzgl Einkommenssteuer und Umsatzsteuer da er über 30kWp liegt.  

Richtig ist, dass die Einkommenssteuer f├╝r max 100kWp befreit ist. Jedoch nur zu 15kWp pro Wohneinheit. In diesem Fall sind es vier Wohneinheiten. Um von der Einkommessteuerbefreiung profitieren zu k├Ânnen, m├╝sste die Anlage max. 4 x 15Kwp = 60kWp┬á gro├č sein.┬á